Wie erkennen Sie eine Schmierlaus?
Das Schmierläuse an Ihren Pflanzen aktiv sind erkennen Sie an kleinen klebrigen Wattetupfen, die Sie an Blattrippen, Zweigen sowie Blattachseln finden. Im Zimmer, Wintergarten und Gewächshaus tritt die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) am häufigsten auf. Deren Weibchen sind oval geformt ,ca. drei bis fünf Milimeter lang und etwas rosig gefärbt. Der Schädling hat eine Wachsschuppenschicht sowie kurze Schwanzfäden am Hinterteil. Schmierläuse haben sechs Beine. Im Gegensatz zu den viel kleineren Männchen können die Weibchen nicht fliegen. Foto: erwachsene Zitrusschmierlaus
Warum sind Schmierläuse so hartnäckig?
Zitruschmierläuse sind zäh. Unbegattete Weibchen leben rund acht Monate, die begatteten dagegen sterben nach der Eiablage. Dafür legen sie aber bis zu 600 Eier in einen dichten Wachsfadensack ab. Nach 10 Tagen schlüpfen die ersten gelblichen winzigen Jungtiere. Sie sind sehr mobil und können mehrere Meter zur nächsten Pflanzen zurücklegen. Liegen Temperaturen über 24 Grad und eine 60 % Luftfeuchte vor, dauert die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier nur 1 - 2 Monate. Unter diesen Bedingungen sind bis zu acht Schmierlausgenerationen im Jahr möglich.
Welche Schaden verusachen Schmierläuse?
Zitrusschmierläuse befallen gerne Philodendron und Ficusarten, Palmen, Strelitzien, Orchideen sowie viele Sukulente. Durch das starke Saugen an den Pflanzen kommt es zu Verwachsungen, Stauchungen, vergilbten Blättern sowie zum Abfall von Blättern und Blüten. Da die Tiere reichlich zuckerhaltige Ausscheidungen hinterlassen, sind die Pflanzen meist stark verklebt. Häufig siedeln sich darauf Ruß-und Schwärzepilze an. Der schwarze Belag schwächt und verunstaltet die Pflanzen. Foto: Schadbild Schmierläuse
Was können Sie gegen Schmierläuse machen?
An kleinen Pflanzen ist ein geringer Befall schnell in Griff zu kriegen. Die Tiere werden einfach mit einer Zahnbürste aus ihren Verstecken gekratzt. Achtung: sämtliche Flocken müssen entfernt werden! Man kann auch die Tiere mit einem Speiseöl getränkten Wattestäbchen beträufeln. Das Öl verstopft die Atemöffnungen und die Schädlinge sterben ab. Bei größeren Pflanzen helfen Spritzmittel auf Kaliseifenbasis. Allerdings ist die Wirkung in vielen Fällen eher kaum zufriedenstellend. Schmierläuse leben recht sehr versteckt und ihre Wachsschicht schützt sie vor Flüssigkeiten ganz gut. Die Pflanzen müssen daher sehr gründlich und auch mehrmals in kurzen Abständen behandelt werden. Chemische Insektizide helfen nicht immer, da erst einmal die aktiven, saugenden Tiere getötet werden. Je nach Wirkungsdauer und Entwicklungszeit der Tiere bleiben die Nachkommen schon mal verschont. So mancher Hobbygärtner staunt daher nicht schlecht, dass er nach einiger Zeit schon wieder Schmierläuse bei sich hat.
Was hilft langfristig gegen Schmierläuse?
Wer alle Schädlingsstadien, also Eier, Larven und erwachsene Tiere beseitigen oder auf herkömmliche Mittel verzichten möchte sollte Nützlinge einsetzen. Zu den bekanntsten Gegenspieler der Zitrusschmierlaus zählt der Australische Marienkäfer und seine Larven. Allerdings können Sie Australische Marienkäfer erst wieder ab Mitte März erfolgreich einsetzen, denn sie benötigen sehr viel Tageslicht. Ausnahme: Sie belichten Ihre Pflanzen mit geeigneten Pflanzenlampen 8- 10 Stunden täglich. Unter solchen Vorraussetzungen können sich diese speziellen Nützlinge durchaus jetzt einsetzen. Foto: Australischer Marienkäfer
Bewährte Schmierlausjäger: Florfliegenlarven
Eine gute Alternative zum Australischen Marienkäfer ist der Einsatz von Florfliegenlarven. Neben Blattläusen, Weichhautmilben und Trips jagen diese Insekten nämlich auch Schmierläuse. Wie sein australischer Kollege fressen auch sie alle Stadien des Schädlings. Florfliegenlarven sind ganzjährig gegen Schmierläuse einsetzbar. Im Gegensatz zum Australischen Marienkäfer sind sie auch bei niedrigen Temperaturen aktiv und kommen auch mit niedriger Luftfeuchte und wenig Licht zurecht. Foto: Florfliegenlarve frisst Blattlaus
Wie erhalten Sie Florfliegenlarven?
Die Tiere werden als junge Larven in einer speziellen Wabenpackung per Post geliefert. Rund 500 Florfliegenlarven sind in einem Wabenriegel enthalten. Die einzelen Waben sind nötig, um die Tiere gegenseitig zu schützen. Florfliegenlaven neigen nämlich zum Kanibalismus. Eine Packung kostet 11,50 Euro und reicht für 1- 2 mittelgroße Pflanzen aus. Foto: Florfliegenlarven Hobbypackung
Wie werden Florfliegenlarven ausgesetzt?
Die Tiere sind ganz einfach auszusetzen: Über die Wabenfläche ist eine Gaze geklebt. Halten Sie die Wabenpackung über die Pflanzen und ziehen Sie die Gaze ein wenig herunter. Durch Klopfen auf die Rückseite der Packung werden die Tiere heraus geschleudert. Bei einem leichten Befall reicht eine Packung für 10 qm mit niedrigen Pflanzen in der Regel gut aus. Ist der Befal stärker bzw. die Pflanzen höher und größer muss stärker dosiert werden. Bei Pflanzen ab 1,50 Höhe muss teilweise eine ganze Packung zum Einsatz kommen. Bitte beachten Sie: Ein einmaliger Einsatz der Tiere reicht nicht aus! Florfliegenlarven sind nur ca. 10 Tage als Jäger aktiv. Sie vermehren sich nicht im Zimmer und Wintergarten. Daher ist ein weiterer Aussatz der Florfliegenlarven notwendig! Foto: Florfliegenpackung in einer Pflanze
Bitte beachten Sie: Beim Einsatz der Tiere sollte der letzte chemische Pflanzenschutz vor mindestens 6 Wochen erfolgt sein. Bei Verwendung von nützlingsschonenden Mitteln sind keine Wartezeiten notwendig.
Zur Bestellung der Florfliegenlarven gegen Schmierläuse gelangen Sie hier
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