Jetzt Trauermücken mit Nematoden eindämmen!
Im Zimmer und Wintergarten tauchen jetzt wieder verstärkt winzige schwarze "Fliegen" auf. Bei den kleinen Fliegen handelt es sich um Trauermücken. Stechen tun sie nicht, sie sind aber ziemlich lästig. Werden die kleinen Biester nicht schnell bekämpft, werden sie ganz schnell zu einer Plage im Zimmer und Wintergarten. Nicht nur das die Mücken überall umher schwirren - der viele Nachwuchs, dieTrauermückenlarven in der Erde können sogar Ihre Pflanzen schädigen.
Trauermücken: klein, zart und "fast" harmlos
Die schwarz-braunen, 2- 7 mm großen Trauermücken krabbeln meist auf der Blumenerde herum. Sie fliegen aber bei der kleinsten Störung sofort auf. Jetzt im November kommen die lästigen Schädlinge öfters über gekaufte Topfkräuter oder Topfpflanzen in die Zimmer. Besonders wenn diese Töpfe etwas länger im Handel standen oder unterwegs waren sind sie mit den Tieren infiziert. Die erwachsen Trauermücken leben nur wenige Tage - hauptsächlich um sich massig fortzupflanzen. Jedes Weibchen legt rund 200 Eier in die Topfpflanzenerde ab. Nach 4 -5 Wochen schwirrt bereits eine neue Trauermückengeneration durch die Räume. Foto: erwachsene Trauermücke (vergrößerte Ansicht)
Richtige Schäden nur durch die Larven
Abgesehen davon das Trauermücken sehr lästig werden, richten die erwachsenen Exemplare keinerlei Pflanzenschäden an. Ganz anders dagegen ihr im Boden lebender Nachwuchs. Die 1- 2 mm weiß-glasigen Larven mit dem schwarzen Kopf, fressen an den Haarwurzeln der Pflanzen. An großen und gesunden Zimmerpflanzen wirkt sich der Wurzelfraß kaum aus. Bei geschwächten und kleinen Pflanzen dagegen können die Fraßstellen, die nämlich ideale Eintrittspforten für schädliche Bakterien und Pilze sind, zu einer Verkümmerung der Pflanzen führen.
Foto: Trauermückenlarve (vergrößerte Ansicht)
Gelbtafeln wirken nicht gegen Larven!
Trauermücken sind nicht so leicht zu bekämpfen, denn die Tiere vermehren sich rasant. Kaum sind die erwachsenen Tiere aus der Erde geschlüpft, legen sie bereits 2 - 3 Tage später ebenfalls Eier ab. Der oftmals in Ratgebern genannte Tipp, eine feine Sandschicht über die Topferde als Barriere zu streuen funktioniert daher teilweise gut. Leider sind die Tiere aber schlau und wandern über die Entwässerungslöcher des Topfes in die Erde ein. Eine relativ gute und harmlose Bekämpfungsmöglichkeit sind Gelbtafeln. Die gelben Kunststofftafeln mit klebriger Beschichtung werden an Metall- oder Holzstäben in den Topf gesteckt. Allerdings bleiben an den Klebefallen nur die erwachsenen Trauermücken hängen. Für eine vollständige Bekämpfung sind Gelbtafeln nicht geeignet. Sie wirken nicht gegen den zahlreichen im Boden wütenden Nachwuchs. Foto: Gelbtafel im Einsatz
Besser: Biologische Bekämpfung mit SF-Nematoden!
Sehr gut bewährt aber haben sich Gelbtafeln in Zusammenarbeit mit dem natürlichen Feind der Trauermückenlarven, den Steinernema feltiae-Nematoden. Die nur 0,03 Millimeter großen Fadenwürmer werden im Profigartenbau sowie Innenraumbegrünung schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Tiere sind sehr effektiv, denn sie suchen im der Erde die Trauermückenlarven aktiv auf. Über Haut- und Körperöffnungen dringen die Nützlinge in die Blutbahn des Schädlings ein und geben dort Bakterien aus ihrem Darmtrakt ab. Durch die starke Vermehrung der Bakterien verenden die Trauermückenlarven innerhalb weniger Tage. Für Menschen, Tiere und Pflanzen sind die Nematoden und deren Bakterien völlig ungefährlich. Foto: Nematoden greifen Trauermückenlarven an (Mikroskop-Ansicht)
Wie werden die Nematoden geliefert?
Wer sich angesichts des Begriffes Fadenwurm schüttelt - keine Angst! Diese Nützlinge sind nicht nur mikroskopisch klein, sondern zusammen mit einem Mineralpuver gut eingeschweißt in einem Plastikbeutel erhältlich. Geliefert werden die Tiere über den Versandweg per Post. Im Kühlschrank sind Nematoden bei 4 bis 7 Grad einige Wochen lang haltbar. Eine Packung mit 10 Millionen Nematoden kostet 11,50 Euro und reicht für 20 qm gut aus. Foto: Nematoden in Pulverform eingeschweißt in Folienbeutel
Wie werden die Nematoden eingesetzt?
Das Aussetzen dieser Minitorpedos ist kinderleicht: Das Nematoden-Pulver wird in Wasser aufgelöst und weiterverdünnt. Mit der nun fertigen Nematodenlösung werden die Pflanzen gegossen. Da man nicht sehen kann, wo die Schädlinge bereits ihre Eier noch abgelegt haben, sollten Sie alle Pflanzen in Ihren Räumen mit der Nematodenlösung gießen. Achtung: Aus dem Abzugsloch darf kein Wasser treten! Die Nematoden sollen im Topf wirken und nicht auf dem Untersetzer. Innerhalb von zwei bis drei Tagen verenden bereits die ersten Schädlingslarven. Ca. 10 Tage nach der Ausbringung sind in der Regel rund 3/4 aller Trauermückenlarven sicher abgetötet. Da sich die Nematoden in den toten Trauermückenlarven vermehren, ist die Blumenerde für einige Wochen gegen erneute Trauermückenattacken geimpft.
Tipp: Verschenken Sie doch diese Nützlinge als Gutschein! Mehr Infos
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Ich freue mich auf Ihre Fragen! Markus Winnig